

Herausgeber: Denzel, Markus A. / Häberlein, Mark / Hatzky, Christine / Nagel, Jürgen G.
Band 3,2, 2025, VI, 206 Seiten, 2 Abb., Deutsch. Buch (Paperback), 17,00 x 24,00 cm, 515 g. Erschienen am 17.12.2025. Preis: 64,00 Eur (D) / 65,80 Euro (A), ISBN 978-3-447-18442-7
Der Beitrag Bellingradt/Gebhald auch open access verfügbar: DOI 10.13173/GG.3.2.001
ISSN 2941-7562, eISSN 2941-7570, DOI Reihe: 10.13173/2941-7562
Editorial
Wie schreibt man als europäischer Historiker Globalgeschichte, ohne eurozentrische Narrative fortzuschreiben? Inwieweit erfordert das Schreiben von Globalgeschichte fundierte Kenntnisse außereuropäischer Sprachen und Kulturen? Ist es einem einzelnen Forscher – oder eienr einzelnen Forscherin – überhaupt noch möglich, die gewaltige Masse der Quellen und Spezialliteratur in einer größeren Synthese zu bündeln, oder kann diese Aufgabe nur noch von Teams von Spezialistinnen und Spezialisten bewältigt werden? Diese Fragen haben die Globalgeschichte in den letzten drei Jahrzehnten kontinuierlich begleitet und sind ausgesprochen kontrovers diskutiert worden. Im vorliegenden Heft werden sie von Harald Kleinschmidt – einem Historiker, der lange in Japan gelehrt hat – erneut aufgegriffen. Kleinschmidts Essay unterzieht insbesondere die globalgeschichtlichen Gesamtdarstellungen von Wolfgang Behringer und Wolfgang Reinhard einer grundsätzlichen Kritik und plädiert stattdessen für eine genuin ‚planetarische‘ Perspektive. Die hier ebenfalls zum Abdruck gelangenden Repliken Behringers und Reinhards weisen hingegen etliche von Kleinschmidts Kritikpunkten als unanbgebracht zurück; beide Autoren legen zudem ihr eigenes Verständnis von Globalgeschichte sowie die Prämissen, die sie beim Schreiben ihrer eigenen Werke geleitet haben, eingehend dar. Die Kontroverse zwischen Kleinschmidt, Behringer und Reinhard, aber auch Wolfgang Reinhards Essay über Klaus Koschorkes jüngste Arbeiten zur Geschichte des Christentums außerhalb Europas sowie der Aufsatz von Daniel Bellingradt und Agnes Gehbald über Papier als Gegenstand einer Globalgeschichte der materiellen Kultur werfen Schlaglichter auf das dynamische Wechselspiel von Detailforschung und Synthesebildung, das gerade Globalhistorikerinnen und -historiker vor besondere Herausforderungen stellt. Oliver Krug hingegen zeigt anhand eines spezifischen Ortes – der Salzburger Exulantensiedlung Ebenezer in Georgia –, wie Klima- und Umweltphänomene im 18. Jahrhundert innerhalb religiöser Netzwerke wahrgenommen wurden. Fragen von globaler Relevanz wie die gerade in Wolfgang Behringers Publikationen wiederholt betonte Bedeutung des Klimas werden hier an einem konkreten Ort rückgebunden und gleichzeitig in ihren weiträumigen Bezügen sichtbar gemacht.
Bamberg, im Oktober 2025
für die Herausgeber, Mark Häberlein
Aus dem Inhalt:
Editorial
Daniel Bellingradt / Agnes Gehbald: Paper Regimes of the Publishing World: A Bird’s Eye View on the Materiality of Global Book History
Oliver Krug: Knowledge in Motion: Pietist Perspectives on Climate and the Environment in the Salzburger Settlement of Ebenezer Georgia
Wolfgang Reinhard: Globalgeschichte des Christentums oder Glokalgeschichten von Christentümern?
THEMENSCHWERPUNKT: WIE SCHREIBT MAN GLOBALGESCHICHTE? EINE KONTROVERSE
Harald Kleinschmmidt: Wie planetarisch ist die Globalhistoriografie?
Wolfgang Behringer: Wie man eine Globalgeschichte schreibt. Replik auf Harald Kleinschmidt
Wolfgang Reinhard: Zornige alte Männer?
Autorenverzeichnis
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